Elektronische Keimherde im Krankenhaus

Multiresistente Keime stellen eine zunehmende Bedrohung von Krankenhauspatienten und -personal dar. Mangelnde Hygiene, aber auch die vermehrte Nutzung von Computern führen zu einer massenhaften Ausbreitung der Krankheitserreger. Maßnahmen sind nicht nur aus medizinischer Sicht nötig, sondern auch unter wirtschaftlichen Aspekten zu ergreifen.

Ein weiteres Problem sind die im Krankenhaus erworbene Infektionen (nosokomialen Infektionen) geworden. In Europa erkranken laut einer Studie des Europäischen Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) jährlich 2,6 Mio. Patienten und 91.000 sterben in der Folge – Tendenz steigend. Besorgniserregend ist die Ausbreitung multiresistenter Keime. Die häufigsten nosokomialen Erkrankungen sind Harnwegs-, Atemwegs-, postoperative Wundinfektionen, Blutvergiftungen (Sepsis) und Infektionen des Magen-Darm-Trakts. Patienten infizieren sich häufig bei Operationen mit großen Wunden. Denn dort haben die Erreger besonders leichtes Spiel – aber bereits bei der Aufnahme ins Krankenhaus infizieren sich vermutlich schon fünf Prozent. Einen speziellen Faktor in der Übertragung von Krankenhausinfektionen stellen Computer dar. Insbesondere die Tastaturen herkömmlicher Computer weisen viele vertikale und horizontale Flächen sowie nicht erreichbare Schlitze auf. Aus hygienischer Sicht gilt die Forderung, dass in Risikobereichen patientennahe Flächen und Flächen mit häufigem Hautkontakt desinfizierbar sein müssen, besonders für IT-Komponenten und Systeme. Dabei reicht es nicht aus, nur die Vorschriften der Hygiene einzuhalten: Die Kontaktflächen müssen ebenfalls desinfiziert werden. Aber nicht nur Computertastaturen und Eingabegeräte wie PC-Mäuse stellen ein Hygienerisiko dar. Auch die Systeme und Monitore sind hygienisch relevant. Herkömmliche Computer weisen neben Spalten, Ritzen und offenen Verschraubungen Lüftersysteme auf. Hier werden neben Staub auch Mikroorganismen angesaugt und akkumuliert. Durch ihre Fähigkeit, lange Zeit auf Trockenen Oberflächen zu überleben, können so Infektionserreger angereichert und in großer Zahl in die Umgebung freigesetzt werden. Handelt es sich bei dieser Umgebung um sensible Bereiche wie einen Operationssaal, eine Intensivstation, eine onkologische Station oder eine Sterilisationsabteilung, muss dies als höchst riskant angesehen werden.

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Autor: Carsten Schmid, Vertriebsleiter Healthcare Solutions DACH der Kauko GmbH
Quelle: Medizin+elektronik Heft 04/2018